Stumm wie ein Fisch. Ein Sprachbild, das weit verbreitet ist – und doch völlig falsch. Denn unter Wasser wird geknirscht, gegrunzt, geknurrt und gequiekt.

Fische verfügen über ausgeklügelte Hörsysteme und -organe, um sich in der gar nicht leisen Unterwasserwelt zurechtzufinden. Singende Wale und klickende Delfine sind nichts Neues. Dass aber auch Fische mit einer Vielfalt an Lauten und Tönen kommunizieren, klingt zunächst fremd für unsere Ohren. Und doch – die Unterwasserwelt ist laut! Fische knirschen mit den Zähnen, erzeugen Töne, wenn sie Luft aus der Schwimmblase lassen oder verständigen sich, wie manche Schwarmfische, durch Zurufe. Beim Knurrhahn spricht der Name für sich. Aber wer hätte gedacht, dass Seeteufel wie Mäuse quieken?

Fischohren sind mittlerweile gut erforscht. Die kleinen, flüssigkeitsgefüllten Röhrchen hinter den Augen gleichen dem Innenohr von Landwirbeltieren. In der Flüssigkeit schwimmen Gehörsteinchen aus Kalk. Bei Schallwellen geraten sie in Schwingung und senden den Reiz an feine Sinneszellen und an das Gehirn. Manche Fische wie Karpfen und Welse hören noch besser, weil das Innenohr über kleine Knöchelchen mit der schallempfindlichen Schwimmblase verbunden ist, quasi eine Art Feintuning. Um Wasserbewegungen zu orten, haben Fische ein hoch spezialisiertes System entwickelt: das Seitenlinienorgan. Diese gut sichtbare Porenlinie überträgt Druckwellen, die von anderen Körpern zurückgeworfen werden und sorgt u.a. dafür, dass Fische auch in völliger Dunkelheit zurecht und im Schwarm gut miteinander auskommen.